28.000 Tage – wann hörst Du auf, die ToDo-Listen anderer Leute abzuarbeiten? 

… und fängst an, Deinen eigenen Traum und Deine eigenen Prioritäten zu leben?

Gerade als Unternehmer fühlen wir uns häufig „den Gezeiten ausgeliefert“ – wir legen uns großartige Strategien zurecht und erlernen die ausgefeiltesten Planungstools und doch… kommt es immer wieder anders.

Anders an sich wäre ja noch kein Ding, als Unternehmer haben wir’s ja gern ein bisschen „anders 😉 was uns wirklich fuchst ist, dass uns scheinbar nie Zeit übrig bleibt für das, was uns wirklich wichtig ist.

Egal, wohin wir sehen, besuchen Meschen ihre lieben Verwandten, gehen mit ihren Freunden abends aus, oder gar zum Baden… mitten am Tag! Und manche nehmen sich auch noch Auszeiten! Schön, aber auch unvorstellbar – denn für uns ist der Tag, die Woche oder das Jahr irgendwie einfach immer zu kurz. Wenn wir mit der „Pflicht“ fertig sind, bleibt schlicht keine Zeit mehr für die „Kür“.

Wirklich? Ist das so, oder denken wir das nur? Denn, wenn es etwas gibt, das auf der Welt gerecht verteilt ist, ist es Zeit …

Wieso 28.000 Tage?

Die schnelle Antwort: laut Wikipedia ist das offenbar die durchschnittliche Anzahl von Lebenstagen für uns Menschen. Klingt das viel für Dich, oder eher nicht? Kommt eigentlich nicht drauf an, und ich sag Dir gleich, warum 😉

Eine liebe – und kluge – Freundin, Rositta Beck von Denkvorgang, hat mal zu mir gesagt:

„Und jeden Abend macht es „schnipp“ und ein Tag Deines Lebens ist unwiderbringlich vorbei.“

Recht hat sie. Ein Tag ist ein Tag und auch, wenn wir uns das nicht jeden Tag so bewusst machen, ist mit jedem Tag ist auch die Chance unwiederbringlich verstrichen, diesem Tag eine Bedeutung für unser Leben zu verleihen.

Wieviel Freude hat Dein Tag Dir gemacht?

Denk mal an heute oder auch an gestern: Woran, das Du getan oder erlebt hast, wirst Du Dich, später mal, in Deinem Schaukelstuhl auf der Veranda, gern erinnern?

Was hat Dich Deinen Lebensträumen näher gebracht?

Was wärmt Dein Herz und lässt Dich unwillkürlich lächeln, jetzt, wo Du daran denkst?

Das ist der Stoff, aus dem Du Dein Leben strickst. Besondere Augenblicke, Lachen, Liebe – von Dir, für Dich, mit Dir und an Dich. Es gibt nichts Wichtigeres, als Dein Leben bis zum Rand damit zu füllen.

Nur dass wir uns richtig verstehen: Ich rede hier nicht pauschalem, hirnlosem Hedonismus das Wort. Auch nicht, allem, was anstrengend ist, Lebwohl zu sagen und nur noch faul in der Sonne zu liegen und sich mit Weintrauben füttern zu lassen (obwohl das gelegentlich sicher auch ganz nett sein kann 😉 ).

Was ich meine, ist die tiefe, echte, innere Freude darüber, Dir selbst treu zu sein und ganz im Flow Deines eigenen Lebens aufzugehen.

Und ich finde, dazu darf jeder einzelne Tag Deines Lebens seinen Beitrag leisten. Wenn wir Menschen im Durchschnitt also ungefähr 28.000 Chancen haben, aus unserem Tag einen Freudigen zu machen, wie viele hast Du dann etwa noch zur Verfügung? Jede einzelne davon ist es wert, wunderbare Erinnerungen daraus mitzunehmen!

Eine der wichtigsten Entscheidungen dabei ist in meinen Augen:

Möchtest Du Dein Leben lieber selbstbestimmt oder lieber fremdgesteuert führen?

Auch, wenn die Frage das zu implizieren scheint, denke ich, es gibt dabei kein Richtig oder Falsch, denn nicht jeder will und genießt das Gleiche.

Ein fremdgesteuertes Leben bietet uns die Möglichkeit, weniger Verantwortung zu übernehmen und uns ein Stück weit durch den Tag treiben zu lassen. Da wir überwiegend andere für uns entscheiden lassen, dürfen wir zu allem „Ja“ sagen und ecken deshalb auch viel weniger an.

Andererseits haben wir selbst nur wenig bis keine Steuerungsmöglichkeiten und wenn uns das, was die anderen für uns entscheiden, keinen Spaß macht, haben wir eben Pech gehabt.

Sind wir lieber selbstbestimmt unterwegs, gilt in unserem Leben „Mein Sandkasten – Meine Regeln“. Wir entscheiden selbst, was gut für uns ist und genießen weitgehende Unabhängigkeit und Sebstwirksamkeit.

Andererseits dürfen wir uns auch selbst die Mühe machen, unsere jeweiligen Möglichkeiten zu eruieren, zu bewerten und uns für eine davon zu entscheiden. Und wenn’s Mist war und uns keinen Spaß macht, können wir – außer uns selbst – niemanden dafür in den Hintern beißen. Wir dürfen auch lernen, „Nein“ zu sagen und dann mit dem Widerwillen, vielleicht auch mit der Enttäuschung anderer Menschen zu leben.

Worauf ich hinaus will:

Was wirst Du jetzt tun?

Was mir besonders wichtig ist, ist, dass Du für Dich – hier und heute – eine bewusste Entscheidung triffst, ob Du lieber selbst- oder fremdbestimmt leben willst und Deinen Frieden mit den jeweiligen Konsequenzen machst. Denn nur so kann es für Dich etwas damit werden, dass Du jedem verbleibenden Deiner 28.000 Tage die Bedeutung für Dein Leben verleihst, die Du verdienst.

Keine Entscheidung ist natürlich auch eine Entscheidung, nämlich für die fremdgesteuerte Variante. Das hast Du bestimmt auch schon hin und wieder erlebt: lässt Du den Moment verstreichen, entscheidet „das Leben“ für Dich.

Hier schließt sich auch wieder der Kreis zu meinem letzten Blogartikel. Eine Kernfrage darin war: Welche Deiner Träume sind für Dich unverhandelbar? Werde Dir klar darüber, was am Ende Deine Erinnerung sein soll, nicht Dein unerlebter Traum. Was willst Du auf keinen Fall verpasst haben in Deinem Leben?

Geh’ den ersten Schritt. Heute. Jetzt. Sofort.

Das ist mein Ernst. Egal, was Du gerade tust, unterbrich es. Es gibt nichts Wichtigeres. Leg Dein Handy hin, stell Deinen Einkaufswagen an die Seite, fahre auf den nächsten Parkplatz, sag Deinem Kunden, Du rufst ihn gleich zurück. Das hier kann nicht warten, denn einer Deiner 28.000 Tage läuft gerade jetzt.

Wenn Du soweit bist, wähle einen Deiner unverhandelbaren Träume aus – egal welchen, sie sind alle perfekt für den Start, denn es sind alles Deine 🙂

Jetzt überlege Dir einen winzig kleinen ersten Schritt, den Du jetzt sofort in Richtung Deines unverhandelbaren Traums tun kannst – im Supermarkt, auf dem Parkplatz, beim Gassigehen, oder an Deinem Schreibtisch – wo Du eben gerade bist.

Vielleicht

  • streichst Du etwas von Deiner To-Do-Liste, das Dir keine Freude macht und Dich nicht weiter bringt?
  • suchst Du in Deinem Kalender ein Zeitfenster und trägst einen Termin mit Dir selbst ein, am dem Du weitere Schritte für Dich planst?
  • rufst Du einen Menschen an, der Dir wichtig ist und der in letzter Zeit zu kurz gekommen ist?
  • tust Du, was immer Dir gerade zielführend für Dich erscheint? Auch hier gibt es kein Richtig oder Falsch, nur „fühlt sich gut an, oder nicht“.

Vor etwa einem Jahr hab ich mal – aus einem spontanen Impuls und für mich selbst völlig überraschend – eine sogenannte „Pflicht-Veranstaltung“ regelrecht geschwänzt. Du kennst diese Termine, zu denen „man eben hingeht, weil’s sich so gehört“ und weil „man’s nicht bringen kann, da nicht zu erscheinen“? Doch, man kann. Ich hab’s ausprobiert. War klasse 🙂 und die Veranstaltung hat trotzdem stattgefunden und es ist nichts angebrannt.

Das heißt jetzt keinesfalls, dass wir das immer so machen sollten, oder dass es okay wäre, jemanden zu versetzen, der sich auf uns verlässt! Aber mal kurz hinterfragen, ob das überhaupt der Fall ist und wenn nicht, auch mal das „Unerhörte“ zu tun und das vorzuziehen, was Dir gut tut, das ist in Ordnung, finde ich, Du nicht auch?

Für mich hat dieser Nachmittag viel mehr bedeutet, als ein paar freie Stunden. Er war ein klares Commitment gegenüber meinen Zielen und hat meine Haltung mir selbst und meiner Lebenszeit gegenüber nachhaltig verändert.

Finde Deinen ersten Schritt. Gib Dir selbst gegenüber ein Commitment ab, bis wann Du diesen winzigen Schritt tust.

Und dann geh’ ihn einfach. Und den nächsten. Und übernächsten 🙂

28.000 Tage sind nicht viel, aber eine ganze Menge mehr, als es sich anhört. Es kommt darauf an, was wir daraus machen. – Deine 28.000 Tage gehören Dir allein. Du entscheidest, wie Du sie verbringst. Höre auf Dein Bauchgefühl, damit Du am Ende sagen kannst: Ja, war geil!

Fang einfach an, da wo Du bist, jetzt!

Ich wünsche mir, Du hast auch heute etwas Nützliches für Dich mitnehmen können. Wenn Dir dieser Artikel gefallen hat, schau Dich doch noch ein wenig hier um, hol Dir meine Leseprobe und abonniere meinen Newsletter unter www.einfach-klarheit-schaffen.de oder www.profit-first.de/newsletter

Im nächsten Beitrag packe ich mit Dir einen verbreiteten Irrglauben an und verrate Dir, warum ich denke, er ist Quatsch.

Liebe Grüße und geh gut mit Dir um

Deine Benita

5 Kommentare zu “28.000 Tage – wann hörst Du auf, die ToDo-Listen anderer Leute abzuarbeiten? ”

  1. Gabriele Thies

    Liebe Benita,
    über ein paar Ecken bin ich über deinen Blogbeitrag und deine Seite hier gestossen – und ich freue mich total darüber! Denn dein Ansatz und deine Gedanken über die Arbeit und das Leben entsprechen genau meinen eigenen. Da werde ich doch gleich noch ein wenig bei dir ‚weiterstöbern’…
    Herzliche Grüße
    Gabriele (auch aus München)

  2. Anke Lambrecht

    Hallo Benita,

    ich danke dir für diesen schönen Artikel!

    Und schnipp – schon wieder ist ein Tag unseres Lebens vor bei. So ist es.
    Ich würde noch ergänzen: Und mit einem Schnipp kann alles anders sein. Dann ist es zu spät für hätte ich doch nur. Genau deshalb sollten wir uns regelmäßig Fragen: „Will ich das wirklich oder glaube ich dies oder jenes tun zu müssen?“

    Anderenfalls ist es so wie du beschreibst, wir verfolgen die Ziele anderer.
    Das gilt natürlich generell im Leben. Auch im Business erlebe ich viele Selbstständige und Unternehmer, die sich ein quälendes Regelwerk zusammengeschustert haben. Anstatt die Unternehmerfreiheit zu nutzen, geißeln sie sich mit dem „selbst und ständig – Mythos“.

    Ballast von Bord – so nenne ich meinen regelmäßigen Befreiungstag, den ich auch immer wieder mit Kunden durchführe. Daraus entsteht eine Liste mit Dingen, die ich nicht mehr tun möchte, Angewohnheiten etc. die unnötig belasten und von denen ich mich befreie. Ballast von Bord werfen eben! 🙂

    Herzliche Grüße
    Anke

    1. Benita Königbauer

      Liebe Anke, das ist ja toll!

      Das wird Dich jetzt nicht überraschen, aber genau an der Ecke darf auch ich mit meinen Kunden arbeiten
      Wie schön, dass wir gemeinsam unterwegs sind, um Unternehmern aus ihren selbstgebauten und gesellschaftlich erlernten Teufelskreisen herauszuhelfen. Das ist so eine wichtige, schöne und dankbare Aufgabe. Und: „The more, the merrier!“

      Ich freu mich sehr, Dich hier zu treffen und bin gespannt, wo wir uns wieder begegnen!

      Liebe Grüße,
      Benita

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