Komm in die Puschen! – Leicht gesagt, oder?

Zu den letzten drei Artikeln habe ich eine Menge wundervolles Feedback bekommen. Viele Menschen sind mit Dir und mir unterwegs, unsere Träume und Ziele wiederzuentdecken und ihnen in unserem Alltag mehr Bedeutung zu verschaffen. Eigentlich müsstest Du jetzt nur noch in die Puschen kommen, oder? Klare Sache! Aber wie?

Auch, wenn wir es bisher nicht so direkt angesprochen haben, vielleicht hast Du auch zuvor schon ein paar Anläufe genommen und es ist am Ende alles wieder im Sande verlaufen? Denk Dir nichts, das ist völlig normal. Dein Leben hat ja nicht gerade dagesessen und darauf gewartet, dass Du Dir etwas einfallen lässt, um Deine Tage zu füllen. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist eher das Gegenteil der Fall. Egal also, wie gut die Ideen sind und wie viel positive Kraft Du aus meinen letzten Artikeln mitgenommen hast:

Was, wenn Du Dir selbst nicht traust?

Du hast doch bestimmt auch diesen einen Menschen in Deinem Umfeld, der andauernd das Blaue vom Himmel verspricht und immer kommt etwas dazwischen? Anfangs ist man enttäuscht, dann nervt es nur noch und irgendwann gehen Dir seine Versprechungen beim einen Ohr hinein und ohne Zwischenstopp beim anderen wieder heraus.

Wie oft hast Du schon gesagt, Du tust dies oder jenes für Dich … und am Ende ist es ausgegangen, wie das Hornberger Schießen? Andere Dinge haben sich vorgedrängelt, scheinbar Wichtigere. Und Du hast sie angenommen und Dich zuerst darum gekümmert. Wie es eben Deine Art ist: zuverlässig, verantwortungsvoll, alles außer egoistisch. Und dann war irgendwie keine Zeit mehr…

Jedes Mal, wenn das passiert ist, hat Dein Selbstvertrauen eine kleine Beule bekommen. Nichts Großes und auch nicht da, wo man es gleich sieht, sondern mehr unter der Haube, innerlich. Denn Selbstvertrauen heißt nichts anderes, als dass Du Dir selbst vertrauen kannst. Wenn Du einen Deal mit Dir schließt und ihn dann brichst, ist das leider keine vertrauensfördernde Maßnahme. Je öfter das vorkommt, umso weniger vertraust Du Dir selbst.

Falls Dir das noch nie passiert ist und Du keinerlei Zweifel hast, dass Du Dein Leben von jetzt auf nun umkrempeln kannst, um Deine eigenen Träume und Ziele ans Licht zu holen – herzlichen Glückwunsch, Puschen an und los!

Falls Dir aber doch gelegentlich leise Zweifel daran kommen, ob es diesmal wirklich klappen kann, lies weiter, ich war genau dort, wo Du gerade bist und habe auf dem Weg zurück ein paar Tipps für Dich mitgenommen.

Dein Kompass zeigt Dir den Weg

Deinen Kompass hast Du schon ausgerichtet: Dein Traum ist gefunden, abgestaubt, restauriert und wartet auf seinen Einsatz. Wenn nicht, lies einfach noch mal nach in Was bedeutet Erfolg für Dich, 28.000 Tage und Du kannst nicht alles haben – ist ziemlicher Quatsch!

Falls Du jetzt mehrere Träume im Regal stehen hast, kein Problem. Es ist völlig egal, mit welchem Du beginnst, es sind alles Deine und Du kannst auch jederzeit nachjustieren. Entscheide Dich für den Moment nur einfach für einen, damit Du sofort loslegen kannst.

Suche Dir die erste beste Aktion aus, die Dir einfällt und die in Richtung Deines Traumes führt. Als Kopfmensch denkst Du nun wahrscheinlich an die Aktion mit dem größten Hebel. Grundsätzlich keine schlechte Idee, aber die mit dem größten Hebel sind oft auch die, die am meisten festsitzen. Deshalb schlage ich Dir einen anderen Weg vor:

Wenn Du etwas ändern willst, fang da an, wo es leicht geht.

Du brauchst Erfolgserlebnisse, um Momentum aufzubauen. Nimm die albernste Kleinigkeit, die Du finden kannst und ändere sie so, dass Du einen Mini-Schritt in Richtung Deines Traumes getan hast. Nur darauf kommt es an, der Rest kommt von allein.

Mein Mini-Schritt sah so aus, dass ich mir die mobile App von Scrivener heruntergeladen habe, damit ich unterwegs schreiben kann. Da hatte ich zuvor schon ewig mit herumgeeiert, weil sie 20€ kostete. 20€ – wenn ich mir vorstelle, wie oft ich 20 € für Blödsinn verbrannt habe… doch hier hatte ich irgendwie einen Widerhaken im Kopf. Das war letztes Jahr im Oktober. Seither habe ich zwei Bücher auf meinem iPhone geschrieben, die bei Amazon zu haben sind und sich recht ordentlich verkaufen. Wenn das nicht meinen Traum, Autorin zu sein, vorangebracht hat, weiß ich es nicht. 20€ … 😉 Du siehst, so etwas wie „zu kleine“ Schritte gibt es nicht.

Achte auf Dein Umfeld

Genau wie bei einer Expedition, möchtest Du auch auf dem Weg zu Deinem Traum das Gelände im Auge behalten. In Deinem Alltag bedeutet das, Du hast bereits Dein Umfeld und Deine Gewohnheiten. Und andere haben ebenfalls ein Umfeld und ihre Gewohnheiten. Und weil wir alle keine Inseln sind, überschneiden sich manche und sind davon abhängig, dass Du tust, was Du eben tust. Wenn Du nun etwas daran veränderst, ist es durchaus möglich, dass das nicht uneingeschränkt auf Begeisterung trifft.

Deshalb darfst Du den Menschen in Deinem Leben Gelegenheit geben, sich auf die veränderten Rahmenbedingungen einzustellen. Damit meine ich nicht, zurückzustehen, bis Dir jemand seine Zustimmung gibt.

Du brauchst keine Erlaubnis, um Dein Leben zu leben.

Aber für ein friedliches Miteinander hat es sich dennoch bewährt, zumindest eine Ansage mit etwas Vorlauf zu machen, bevor man den Kurs korrigiert.

Es ist übrigens sehr interessant, zu beobachten, wie Menschen darauf reagieren, wenn Du Deinen Traum lebst. Ich habe gelernt, dass es in meinem Leben drei Arten von Wegbegleitern gab:

1. die Verbündeten.- sie sind mit mir durch dick und dünn gegangen, haben mein Anliegen verstanden und mich uneingeschränkt unterstützt. Mein wundervoller Mann zum Beispiel. Und meine Freundin Susanne.

2. die Neutralen – sie nehmen mich, wie ich bin. Auch mit den Veränderungen, die ich eingeleitet habe. Soweit ihr Leben davon betroffen ist, haben sie keine Probleme damit.

3. die Wölfe im Schafspelz – das sind (ehemalige) „Unterstützer“, die jedoch ihre eigene Agenda mitbringen. Sie waren immer da, so lange ich gut für sie funktioniert habe, haben sich aber sofort gewehrt, als ihre Ziele nicht mehr wie gewohnt bedient wurden. Das ist selbstverständlich legitim, passt aber nicht zu einem weiteren gemeinsamen Weg.

Mit den ersten beiden kannst Du Dein Boot füllen, die letzteren lässt Du lieber ihrer eigenen Wege ziehen. Denn gerade, wenn Du noch am Anfang Deines Weges stehst, ist die Gefahr groß, dass Du Dich ablenken lässt und in alte Muster zurückfällst. Sammle Deine Verbündeten um Dich, sie werden Dir helfen, Dein Selbstvertrauen aufzubauen.

Was kannst Du jetzt konkret tun?

Das hängt ein bisschen davon ab, wie gut Du Dich selbst bisher behandelt hast. Ich habe mir zum Beispiel jahrelang vorgenommen: „Heute machst Du eine Mittagspause!“ Ich kann gar nicht zählen, wie viele Tipps, Tricks und Tools ich ausprobiert habe, um das hinzubekommen. Aber immer war irgendetwas anderes „wichtiger“. Meistens gab es nicht einmal etwas Wichtiges. Nur den Gedanken „ach, das noch schnell und dann…“. Und dann war es irgendwas zwischen vier und fünf und ich dachte mir „egal, morgen!“.

Keine große Sache, oder? Ich bin ja nicht verhungert.

Körperlich nicht, aber dieses Verhalten hat meinem Selbstvertrauen einen immensen Schaden zugefügt, den ich erst Jahre später bemerkte. Ich hatte mich so oft enttäuscht, dass ich plötzlich feststellte, ich nahm mir gar nichts mehr für mich selbst vor, weil ich sowieso nicht daran glaubte, dass ich es durchführen würde. Unendlich kontraproduktiv, wenn man versucht, Ziele zu erreichen, das kann ich Dir versprechen!

Ich wünsche mir, dass Du keine solch unnötige und doch hartnäckige Geschichte von Selbstvernachlässigung hinter Dir hast. Falls doch, ist das wichtigste, was ich Dir heute sagen kann:

Mache für den Anfang winzig kleine Mini-Schritte.
Riskiere keinesfalls, Dich selbst zu enttäuschen.

Wenn Du das Gefühl hast, der Schritt ist geradezu lächerlich klein, ist er genau richtig. So albern es klingt: bitte nimm die Einhaltung Deiner Mini-Schritte zumindest jetzt für den Anfang so ernst wie nichts anderes in Deinem Leben. Und halte fest, am besten schriftlich, was Du Dir versprochen und eingehalten hast. Feiere Deine Mini-Erfolge – und wenn nur im Stillen für Dich. Es kommt darauf an, dass Dein Unterbewusstsein lernt: „Aha, was ich will ist wichtig und es wird unbedingt eingehalten!“ Dann wird es Vertrauen in Deine Zusagen Dir selbst gegenüber aufbauen und Du kannst Dich an immer größere Herausforderungen wagen.

Selbstbestimmt Dein Leben zu führen funktioniert nur, wenn Du Dich auf Dich selbst verlassen kannst. Auf Dich selbst verlassen kannst Du Dich nur, wenn Du Vertrauen in Dich selbst aufbaust. Und Vertrauen baust Du auf, indem Du Dir selbst beweist, dass Du vertrauenswürdig bist. Klingt einfach, oder?

Du hast es jetzt in der Hand. Deine Träume waren stark genug, Dich bis hierher zu begleiten, obwohl Du ihnen lange Zeit keine Aufmerksamkeit geschenkt hast. Aber Du hast sie gelehrt, sich im Hintergrund zu halten. Wenn Du es zulässt, werden sie dort wieder verschwinden und sich brav hinten anstellen, bis Du sie das nächste Mal hervorholst. Lass das nicht zu, lebe Deinen Traum 🙂

Vom Lesen wird (leider) nichts anders. Noch nicht mal vom Verstehen. Erfolg hat genau drei Buchstaben: TUN. Also: ab in die Puschen – fertig – los!

Ich hoffe, Du hast auch heute ein paar nützliche Gedanken mitgenommen.

Habe ich etwas vergessen? Hast Du noch zusätzliche Gedanken und Ideen dazu? Dann schreibe sie mir (und den anderen Lesern) doch gerne unten in die Kommentare! Erfolg ist ein Gesellschaftsspiel 😉

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Im nächsten Beitrag werden wir uns dem Thema Erfolg mal von der Seite Geld und Gewinn nähern und ich verrate Dir, was aus meiner Sicht in unseren Köpfen dabei schief läuft.

Liebe Grüße und auf Deinen Erfolg!

Deine Benita

 

4 Comments on “Komm in die Puschen! – Leicht gesagt, oder?”

  1. Wunderbar geschrieben. Danke!
    Danke auch an den Finanzwesir, der mich erst auf deine Seite gebracht hat.

    Lg Felix

    1. Vielen Dank, Felix 🙂
      … auch für die Aufklärung, woher dieser Mega-Traffic auf meiner Seite plötzlich gekommen ist 😀
      Auch an den Finanzwesir meinen herzlichen Dank!
      LG Benita

  2. Liebe Benita,

    Du sprichst mir aus vollem Herzen … und ganz witzig: gestern habe ich einen ähnlichen Beitrag in meinem Gipfelbuch veröffentlicht (nachdem ich das Buch „Wiedersehen im Café am Rande der Welt“ von John Strelecky gelesen hatte 🙂

    LG Heike

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